Die Burg Seeberg bei Franzensbad bereitet die Eröffnung einer neuen Museumsexposition vor. Diese entsteht im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „Kulturerbe des Vogtlandes und des Egerlandes“ und präsentiert den Besuchern die bisher wenig bekannte Geschichte des niederen Adels, der im 12. und 13. Jahrhundert das Gesicht des damaligen Egerlandes prägte.
Foto: Archiv der Veranstalter
Auf dem Areal der romanischen Burg Seeberg fand Ende 2025 ein Arbeitstreffen der tschechischen und deutschen Projektvertreter statt, um die endgültige Gestaltung der Ausstellung abzustimmen. Die Exposition wird im ersten Obergeschoss der Burg untergebracht.
„Das Projekt baut auf dem erfolgreichen Vorgängerprogramm ‚Kulturweg der Vögte‘ auf und ergänzt dieses. Hauptziel ist es, die reiche und oft vernachlässigte Geschichte der Ministerialengeschlechter und des niederen Adels näherzubringen“, erklärte der Kastellan der Burg Seeberg, Jan Buriánek. Die Teilnehmer des Treffens diskutierten vor Ort über die Art und Weise, wie der gesellschaftliche Status dieser Geschlechter sowie ihr Einfluss auf die Formung der gesamten Region präsentiert werden soll.
Einzigartiger Einblick in die Regionalgeschichte
Die neue Ausstellung konzentriert sich auf ein Gebiet, das bis do 14. Jahrhundert neben dem heutigen Egerland (Chebsko) bis weit in die Gebiete Sachsens und Bayerns hineinreichte.
„Im Rahmen des Projekts entsteht eine einzigartige Dokumentation der Geschlechter, die einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung und das Funktionieren der Burg Seeberg sowie des gesamten sogenannten Egerlandes hatten. Im heutigen Trausaal, dem ehemaligen Festsaal, planen wir zudem eine Videoprojektion zur Geschichte der Burg. Alle Details werden wir im Laufe des nächsten Jahres präzisieren“, ergänzte Kastellan Buriánek.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter dem Dach von Interreg
Das Projekt wird mit Unterstützung des Programms Interreg Tschechien–Sachsen 2021–2027 realisiert und bindet ein breites Spektrum an Partnern ein. Neben Franzensbad arbeiten die Städte Eger (Cheb), Wildstein (Skalná), Hof, Greiz und Plauen zusammen. Die akademische Seite wird durch die Masaryk-Universität und die TU Chemnitz sowie weitere deutsche Kulturorganisationen vertreten.
