Fröhlichkeit, kunterbunte Masken und der Duft ehrlicher Köstlichkeiten beherrschten diesen Samstag die Gemeinde Thurn/Tuřany. Das Faschingsfest, das von Musikanten und etwa einhundert Teilnehmern begleitet wurde, wurde zu einer Feier des nachbarschaftlichen Zusammenhalts. Nicht nur Einheimische ließen sich die Veranstaltung nicht entgehen, auch viele Menschen aus der weiteren Umgebung fanden den Weg hierher.
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Alles begann um 13:30 Uhr am Gebäude des Gemeindeamtes. Nachdem die Bürgermeisterin Jitka Šindelářová symbolisch die Herrschaft über die Gemeinde an die Masken übergeben hatte, setzte sich der Zug in Bewegung. Das gesamte Ereignis wird von Einheimischen mit Unterstützung von Museumsmitarbeitern und Schauspielern des Egerer Theaters organisiert. An der Spitze des Umzugs marschierten die „Türken“, eine der klassischen Faschingsmasken. Ihnen folgte die „Zwölfergruppe der besten Musikanten aus der Umgebung“. Den Ton des gesamten Geschehens gab aus der Vogelperspektive die Figur des „Masopust“ (Fasching) an, verkörpert von Jindřich Skopec, Mitglied des Westböhmischen Theaters in Cheb (ZDCH).
Gerade die enge Zusammenarbeit mit Experten und Künstlern hilft dabei, die Bräuche zu pflegen, die im Ort tiefe Wurzeln haben. Nach November 1989 wurden die Faschingsfeiern in diesem traditionellen Geist in Tuřany erstmals im Jahr 2008 veranstaltet. Im Jahr 2017 wurden die lokalen Faschingsumzüge sogar in die Liste der immateriellen Kulturgüter der traditionellen Volkskultur der Karlsbader Region eingetragen. Obwohl die Veranstaltung in den folgenden Jahren wiederholt nicht stattfand (beispielsweise aufgrund der COVID-19-Pandemie), gelang es im Jahr 2025, erfolgreich an die Tradition anzuknüpfen. Der aktuelle Jahrgang ist somit bereits der zweite in Folge, der mit Unterstützung des Museums Cheb bzw. dessen Regionaler Fachstelle für die Pflege der traditionellen Volkskultur der Karlsbader Region entstanden ist.
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Die etwa 1,5 Kilometer lange Strecke führte bis in den Ortsteil Návrší, wo auf die Teilnehmer eine echte Festschmaus-Atmosphäre wartete. Im Ziel war für reichlich Verpflegung gesorgt. Es fehlten nicht nur die traditionellen hausgemachten Krapfen und Kuchen, sondern es gab auch einen hervorragenden Honigkuchen (Medovník) zu verkosten, den einheimische Bewohnerinnen für die Gäste gebacken hatten. Großes Interesse weckte das Rindergulasch von Koch Ondra. Er ließ diese ehrliche Köstlichkeit die ganze Nacht köcheln, was sich in ihrem hervorragenden Geschmack widerspiegelte.
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Eine internationale Dimension verlieh dem Treffen in diesem Jahr Esther Navarro Alonso, die extra aus Spanien anreiste. Sie kam in der traditionellen Volkstracht der Kanarischen Inseln. Aufmerksamkeit erregten vor allem die bunten Bommeln an ihrer Kleidung, die die Anzahl der dortigen Inseln symbolisieren. „Die hiesige Atmosphäre begeistert mich jedes Mal aufs Neue, ich bin absolut hingerissen“, freute sich Esther, die dieses Jahr bereits zum vierten Mal nach Tuřany kam.
Neben dem Schlemmen war auch für Unterhaltung gesorgt. Die Kinder brieten Würstchen am Feuer und alle amüsierten sich bei den lustigen Wettbewerben, die von den Egerer Schauspielern und Museumsmitarbeitern unter Begleitung einer Live-Band dargeboten wurden. Der offizielle Teil des Programms endete gegen halb fünf Uhr nachmittags, doch die nachbarschaftliche Unterhaltung in Tuřany dauerte je nach Ausdauer der Teilnehmer bis in die Abendstunden an.
