Die erste diesjährige Besichtigung der Feste Markhausen (Pomezná), die am vergangenen Wochenende stattfand, ließen sich Dutzende Menschen nicht entgehen. Zu sehen gab es wirklich viel. Seit 2015 wird das Areal schrittweise renoviert, was sein Gesicht von Jahr zu Jahr deutlich verändert.
Während das letzte Jahr im Zeichen der anspruchsvollen Installation einer Replik des gotischen Dachstuhls stand, verlagerte sich die Aufmerksamkeit heuer auf Details, die dem Denkmal seinen authentischen Charakter zurückgeben. Die Dominante des Areals ist nun das fertiggestellte Turmdach, das das Mauerwerk bereits sicher vor Witterungseinflüssen schützt. Die Arbeiten stehen jedoch nicht still. Aktuell konzentriert sich das Augenmerk auf das Gebäude des ehemaligen Stalls, das aus historischen Ziegeln abgerissener Bauten aus der ganzen Region errichtet wurde.
„Im Stallgebäude ist es uns im vergangenen Jahr gelungen, neue Fenster einzusetzen. Die Besucher sehen nun mit eigenen Augen, wie sich der Rohbau in einen künftigen Ausstellungsraum verwandelt“, erklärt der Besitzer der Feste, Petr Jaška. Das Objekt soll eine Ausstellung beherbergen, die sich der Erneuerung des Denkmals sowie der Ministerialität der umliegenden Geschlechter widmet.
Am ersten Tag der offenen Tür konnten die Besucher eine archäologische Ausstellung im Erdgeschoss des Turms oder eine Zeitleiste besichtigen, die die Geschichte des Ortes von 1225 bis heute dokumentiert. Ein großer Anziehungspunkt sind auch die gereinigten historischen Keller. „Bisher werden sie nicht genutzt, aber einer davon könnte in Zukunft zum Beispiel der Weinlagerung dienen“, verriet der Besitzer mit einem Lächeln.
Der bisher schwierigste Meilenstein der gesamten Rekonstruktion war das Dach für fast vier Millionen Kronen. „Es war das anspruchsvollste Projekt in Bezug auf Finanzen und Technik, aber dank eines großartigen Teams von Fachleuten und einer EU-Förderung hat alles hervorragend geklappt“, freut sich Petr Jaška.
Die diesjährige Saison in Markhausen wird ereignisreich sein. Neben der Absicht, mindestens ein Wochenende im Monat geöffnet zu haben, plant der Besitzer auch Sonderveranstaltungen. Im August ist die Aktion „Sommer mit Archäologie“ in Zusammenarbeit mit dem Museum Eger (Muzeum Cheb) geplant. „Wenn alles nach Plan läuft, wird die Feste im September zur Kulisse für eine Aufführung des Westböhmischen Theaters Eger. Mehr möchte ich dazu noch nicht verraten“, so der Besitzer.
Geplant sind außerdem eine archäologische Untersuchung des Wohngebäudes und die Sanierung der Fundamente der Scheune, die Experten im vergangenen Jahr freigelegt haben. Ziel ist es, dem Areal wieder die Form eines geschlossenen Dreiseithofes in U-Form zurückzugeben. Und der Zeithorizont? „Zeitpläne setzen wir uns lieber nicht, wir arbeiten so voran, wie es uns gelingt, Finanzmittel zu beschaffen“, fügt Petr Jaška hinzu.
