Ästhetische Medizin oder Russisches Roulette? Priv.-Doz. Dr. Šmucler warnt vor gefährlichen Eingriffen

Aktuelle Berichte bestätigen einen alarmierenden Anstieg ästhetischer Eingriffe, die außerhalb zertifizierter Kliniken durchgeführt werden. Injektionsfüller oder invasive Behandlungen finden oft unter unzureichenden Bedingungen in Kosmetiksalons, Nagelstudios oder sogar in Privatwohnungen statt. Dieser gefährliche Trend macht auch vor der Karlsbader Region (Karlovarský kraj) nicht halt. Eine fachliche Analyse und eine eindringliche Warnung lieferte Priv.-Doz. Dr. med. Roman Šmucler, Inhaber der Asklepion-Klinikgruppe und anerkannte Autorität auf dem Gebiet der ästhetischen Medizin.

Priv.-Doz. Dr. Roman Šmucler

Behörden registrieren Hunderte von Beschwerden

Dass es sich hierbei nicht um ein isoliertes lokales Problem handelt, sondern um ein landesweites Phänomen, belegen aktuelle Statistiken. „Derzeit registrieren wir insgesamt 109 einzelne Einreichungen an die zuständigen Behörden und Kontrollorgane, die durch unsere Hände gegangen sind. Diese Zahl stellt lediglich die Fälle dar, für die ausreichend Beweise vorliegen – sie ist nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Šmucler.

Die Fälle betreffen viele Regionen, allen voran Prag, gefolgt von den Regionen Südmähren, Mittelböhmen und Mährisch-Schlesien. „Weitere Fälle tauchen jedoch auch in den Regionen Pilsen, Ústí nad Labem, Zlín, Karlsbad und Olmütz auf“, fügt der Mediziner hinzu.

Die Struktur der Beschwerden zeigt die Komplexität des Problems: Etwa 35 % der Fälle wurden an Stadt- und Gemeindeverwaltungen weitergeleitet, 21 % an die regionalen Hygienestationen, jeweils 19 % an die tschechische Handelsinspektion und die regionalen Gesundheitsämter sowie 6 % an das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle (SÚKL).

In mindestens 16 bereits abgeschlossenen Verfahren wurden Verletzungen gesetzlicher Pflichten, Ordnungswidrigkeiten, Betrieb ohne entsprechende Genehmigung oder hygienische Mängel festgestellt, die zu Sanktionen oder Betriebsschließungen führten.

Woran erkennt ein Laie eine sichere Einrichtung?

„Zunächst muss es sich um eine registrierte medizinische Einrichtung mit allen Genehmigungen und Versicherungen handeln, was man leicht im Internet überprüfen kann“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Šmucler. Er betont, dass die Qualifikation entscheidend ist: „Seien Sie hartnäckig und verlangen Sie Facharztanerkennungen in den Schlüsselbereichen Dermatologie oder Plastische Chirurgie. Ein Arzt muss qualifiziert und für ästhetische Eingriffe haftpflichtversichert sein. Andernfalls ist der Eingriff rechtswidrig, und der Patient riskiert, že mu v případě poškození zdraví nikdo nic nevyplatí.“

Erblindung und Gewebeverlust: Die frostige Realität

Viele Menschen betrachten das Spritzen von Fillern als banale kosmetische Angelegenheit. Die Realität ist jedoch weitaus dramatischer. „Das schlimmste Szenario sind der Tod oder bleibende Schäden wie Erblindung, Gewebeverlust und riesige Narben. Das ist keine Theorie, das ist tschechische Realität“, warnt Roman Šmucler.

Ein großes Problem unqualifizierter Betriebe ist die Unfähigkeit, Komplikationen zu behandeln. „In einem Krankenhaus wird zwar Erste Hilfe geleistet, aber es gibt keinen Grund, warum ein qualifizierter Arzt die Folgen der Fehler eines anderen übernehmen sollte. Es kann passieren, dass Ihnen nach der Stabilisierung der Akutphase niemand mehr weiterhilft.“

Der Trend zu „hausgemachten“ Korrekturen füllt die Wartezimmer der Experten mit verzweifelten Patienten. „Wir begegnen dem mehrmals täglich, es macht bereits etwa 30 % unserer Arbeit aus“, gesteht Šmucler. Die Korrektur je přitom finančně i časově nesmírně náročná a výsledek není nikdy zaručen. „Manche Folgen bleiben für immer. Niemand möchte die Probleme von jemandem übernehmen, der vielleicht schon längst im Ausland ist.“

Invasive ästhetische Eingriffe sind keine gewöhnliche kosmetische Dienstleistung. Sie erfordern detaillierte Anatomiekenntnisse. Fälle von absterbendem Lippengewebe oder irreversiblen Gesichtsschäden nach unsachgemäß angewendetem Botulinumtoxin werden immer häufiger. Der Preis für einen „billigeren“ Eingriff im Salon kann am Ende der Verlust der Gesundheit und des eigenen Gesichts sein.