„Beben könnten anhalten“, sagt Seismologin zu Erdbeben im Egerland

Am ersten Januartag sowie in der darauffolgenden Nacht verspürten die Menschen im Egerland (Chebsko) eine weitere Erdbebenwelle. Seismologen haben die Werte der Erschütterungen bereits präzisiert und bestätigt, dass das stärkste Ereignis eine Magnitude von 3,3 erreichte. Interessant ist, dass sich der Erdbebenschwarm nun weiter südlich in Richtung der Gemeinde Nový Kostel (Neukirchen) verschoben hat und die Herde in geringerer Tiefe lagen als bei den Beben im November und Dezember. Laut Experten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Aktivität anhält, sie könnte aber ebenso plötzlich enden.

Foto generiert von AI Gemini

„Am Neujahrsnachmittag kam es im Gebiet von Cheb erneut zu mehreren spürbaren Erdbeben. Der Erdbebenschwarm, der im November letzten Jahres begann, hat sich somit nach der Weihnachtspause wieder manifestiert. Diese Serie enthielt das bisher stärkste Beben dieses Schwarms mit einer Magnitude von 3,3 in einer Tiefe von sieben Kilometern, das kurz nach 18 Uhr Ortszeit auftrat“, bestätigte die Seismologin Jana Doubravová.

Die Menschen stürmten förmlich die Website des Geophysikalischen Instituts, weshalb die Webserver am ersten Januartag zeitweise nicht erreichbar waren.

„Bisher verzeichnen wir rund 400 Meldungen von Bewohnern, die das Erdbeben verspürt haben, sogar aus Ostrov nad Ohří oder Mariánské Lázně (Marienbad). Die Epizentren der Neujahrsbeben haben sich im Vergleich zur vorherigen Aktivität südlicher in Richtung Nový Kostel verschoben, aber die Herdtiefe ist etwa zwei Kilometer flacher (6,5–7 km). Am Neujahrsnachmittag und in der Nacht zum Freitag (2. Januar 2026) kam es bisher zu 11 Erdbeben mit einer Magnitude über 2 und Hunderten schwächeren Erschütterungen“, merkte Jana Doubravová an.

Laut Wissenschaftlern hat sich die Tiefe der Erschütterungen im Laufe des Dezembers und Januars mehrmals verändert. Während die Beben Anfang Dezember in einer Tiefe von etwa acht Kilometern auftraten und Mitte des Monats auf zehn Kilometer absanken, haben sie sich nun wieder näher zur Oberfläche, auf etwa sieben Kilometer, verschoben.

„Die Erschütterungen können weiter anhalten, es ist aber auch möglich, dass die seismische Aktivität bald aufhört. Wir freuen uns über das Ausfüllen der makroseismischen Fragebögen auf unserer Website oder direkt in der mobilen App SeisLok. Für uns ist es sehr wichtig zu erfahren, wie die Menschen die Erschütterungen wahrgenommen und registriert haben“, fügte die Seismologin hinzu.