Erdbeben im Egerland halten an: Spürbarer Stoß am Neujahrstag 2026

Die Bewohner der Region Cheb (Eger) spürten am heutigen Donnerstag, den 1. Januar 2026, kurz nach halb fünf Uhr nachmittags ein weiteres Erdbeben. Das Ereignis trat nach einigen Tagen relativer Ruhe auf. Laut Daten der automatischen Seismometer erreichte das Beben eine Magnitude von 2,9. Seismologen werden diese Informationen auf Basis präziserer Messungen noch spezifizieren. Ein weiterer Stoß folgte gegen 17:38 Uhr mit einer Stärke, die von automatischen Systemen vorläufig auf eine Magnitude von 3,3 geschätzt wurde.  18:05 – 3,3, 18:13 – 2,8, 18:45 – 2,7.

Quelle: erdbeben-in-bayern

Nach der automatischen Auswertung lag das Epizentrum erneut bei der Ortschaft Černá unweit von Luby (Schönbach). Es handelt sich somit wahrscheinlich um die Fortsetzung des Schwarmbebens, das die Region bereits Ende des vergangenen Jahres erschütterte. Ob die seismische Aktivität in den kommenden Tagen anhalten wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.

„Seismische Schwärme treten in der Region Cheb seit unvordenklichen Zeiten auf. In der modernen Geschichte wurde das stärkste Erdbeben am Samstag, den 21. Dezember 1985, verzeichnet, als die Magnitude einen Wert von 4,6 erreichte. Im vergangenen Jahr jährte sich dieser Rekordstoß somit bereits zum 40. Mal“, erklärte Jan Buriánek, Führer am erloschenen Vulkan Komorní hůrka (Kammerbühl).

Grafik von 17:38 Uhr, Stärke des Bebens ca. 3,3

Ein charakteristisches Merkmal der westböhmischen Erdbeben ist vor allem der dumpfe Knall, der durch die erste, die sogenannte Primärwelle, erzeugt wird. Insgesamt erzeugt ein Erdbeben zwei grundlegende Arten von Wellen.

„Seismische Longitudinalwellen (sogenannte P-Wellen) sind hörbar, da sie sich ähnlich wie Schallwellen ausbreiten. Sie komprimieren und lockern das Material in Ausbreitungsrichtung auf und erzeugen so Druckveränderungen in der Atmosphäre, die unsere Ohren als Grollen, Donnern oder ähnliche Geräusche wahrnehmen. Da sie am schnellsten sind, erreichen sie den Beobachter früher und kündigen das Eintreffen der nachfolgenden Transversalwellen (S-Wellen) an“, erläuterte Jan Buriánek.