Historische Wende – Der Sudetendeutsche Tag findet erstmals in der Tschechischen Republik statt

Zum ersten Mal in der Geschichte wird der Sudetendeutsche Tag in der Tschechischen Republik abgehalten, und zwar vom 22. bis 25. Mai 2026 in der alten mährischen Landeshauptstadt Brünn.

Das Motto dieses jährlichen Haupttreffens der Sudetendeutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden und über die ganze Welt verstreut leben, lautet diesmal: „Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání“.

Der Sprecher und höchste politische Repräsentant der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), der langjährige bayerische Europaabgeordnete Bernd Posselt, bezeichnete dieses außergewöhnliche Treffen als ein „Fest der gemeinsamen Kultur, der Vielfalt, des Dialogs und der Verständigung, zu dem nicht nur alle Generationen der Sudetendeutschen, sondern auch ihre tschechischen und internationalen Freunde herzlich eingeladen sind.“

Posselt bedankte sich ferner bei der tschechischen Bürgerinitiative „Meeting Brno“, die seit zehn Jahren den Brünner Versöhnungsmarsch zum Gedenken an die Vertreibung der Brünner Deutschen organisiert und auf dem letzten Sudetendeutschen Tag in Regensburg die Einladung nach Mähren ausgesprochen hatte, für ihre Unterstützung.

Die Durchführung der Veranstaltung wird auch vom Leiter des Prager Sudetendeutschen Büros, Peter Barton, gewürdigt, der erklärte: „Große Projekte brauchen großen Mut – das war immer so und ist auch heute nicht anders. Freuen wir uns darauf, dass die Sudetendeutschen und ihre Nachkommen zumindest für drei Tage dorthin zurückkehren, woher sie kamen und wohin sie gehören. Aber im vereinten Europa sind wir heute schon eine große Familie: Tschechen, Deutsche und andere Bewohner unseres Kontinents. Drücken wir den Organisatoren dieses großen Werks die Daumen.“

Der Geschäftsführer der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Andreas Miksch, fügt zu diesem historischen Schritt hinzu: „Die Durchführung des Sudetendeutschen Tages in Brünn, 80 Jahre nach der Vertreibung, ist für uns tief symbolisch. Es ist ein einzigartiges europaweites Signal, dass es möglich ist, die historischen Gräben zu überwinden, die durch Nationalismus und totalitäre Ideologien entstanden sind, und somit die Richtung für eine bessere Zukunft in einem geeinten Europa vorzugeben.“

Posselt betonte abschließend, dass dieses Treffen, 80 Jahre nach 1946, als die Mehrheit der Sudetendeutschen ihre jahrhundertealte Heimat verlassen musste, ein „einzigartiges europaweites Signal darstellt, dass es möglich ist, die Gräben zu überwinden, die durch Nationalismus und totalitäre Ideologien entstanden sind, und somit die Richtung für eine bessere Zukunft im vereinten Europa vorzugeben.“