Mit dem Beginn des Herbstes steigt das Risiko von Zusammenstößen mit Wildtieren erheblich. Wald- und Feldtiere sind viel häufiger auf den Straßen unterwegs, insbesondere während der Dämmerung, nachts und im Morgengrauen. Sollte es dennoch zu einer solchen unangenehmen Situation kommen, ist es entscheidend, einen kühlen Kopf zu bewahren und zu wissen, wie man richtig reagiert. Die Verkehrssicherheitsabteilung BESIP hat eine übersichtliche Anleitung zusammengestellt, wie Sie in fünf Schritten vorgehen sollten.
Bild generiert mit KI Gemini
1. Anhalten und Unfallstelle sichern
Schalten Sie sofort nach dem Zusammenstoß die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie vor dem Aussteigen die Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf. Überprüfen Sie an erster Stelle, ob Sie und alle anderen Insassen im Fahrzeug unversehrt sind.
2. Rufen Sie die Polizei unter der Notrufnummer 158 an
Die Polizei sollte auch bei kleineren Zusammenstößen gerufen werden – selbst dann, wenn das verletzte oder aufgeschreckte Tier von der Unfallstelle geflüchtet ist. Bleiben Sie vor Ort und warten Sie auf das Eintreffen der Streife. Die Polizei verständigt selbstständig den zuständigen Jagdverband, der sich um das Tier kümmert.
3. Fassen Sie das Tier nicht an
Nähern Sie sich dem verletzten Tier nicht und versuchen Sie weder, es zu versorgen noch wegzuziehen. Das Tier steht unter enormem Stress, kann in Panik geraten und Sie zur Selbstverteidigung schwer verletzen.
4. Nehmen Sie das Tier auf keinen Fall mit
Sie dürfen angefahrenes Wild niemals einladen und mitnehmen. Aus rechtlicher Sicht würde dies als Wilderei (Tierschmuggel) gewertet. Das Einfangen oder Entfernen des Tieres von der Fahrbahn ist ausschließlich Sache der örtlichen Jäger.
5. Fotografieren Sie alles und kontaktieren Sie schnellstmöglich die Versicherung
Machen Sie gründliche Fotos vom beschädigten Fahrzeug, der Unfallstelle sowie dem getroffenen Tier und fordern Sie von der Polizei eine Bestätigung über den Einsatz an. Denken Sie daran, dass die einfache Kfz-Haftpflichtversicherung Schäden durch einen Wildunfall in der Regel nicht abdeckt – hierfür ist eine Kaskoversicherung oder eine entsprechende Zusatzversicherung erforderlich. Melden Sie den Unfall so schnell wie möglich bei Ihrer Versicherung, da oft strenge Fristen gelten.
Tipp zum Schluss: Die beste Vorsorge bleibt Vorsicht. Fahren Sie in Streckenabschnitten, die mit Verkehrszeichen für Wildwechsel gekennzeichnet sind, aufmerksam und verringern Sie Ihre Geschwindigkeit. So sparen Sie Geld für die Reparatur des Autos, vermeiden unnötige Nerven und schützen das Leben der Tiere.
