Die Leitung der Polizeidirektion der Region Karlovy Vary präsentierte detaillierte Statistiken für das Jahr 2025. Obwohl die Gesamtzahl der Straftaten leicht zurückging, stehen die Beamten vor neuen Herausforderungen im Online-Bereich und einem Anstieg der anspruchsvollen Wirtschaftskriminalität. Eine positive Nachricht ist hingegen die hundertprozentige Aufklärungsquote bei Mordfällen und der Rückgang schwerer Gewaltkriminalität.
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Im Jahr 2025 wurden im Gebiet der Region Karlovy Vary insgesamt 4.955 Straftaten registriert, was einer fast identischen Zahl wie im Vorjahr entspricht. Der Polizei gelang es, 53,1 % der Fälle aufzuklären. Wegen der Begehung von Straftaten wurden 2.761 Personen strafrechtlich verfolgt, darunter befanden sich über 1.400 Rückfällige.
„Im vergangenen Jahr haben wir uns auf die Steigerung der Ermittlungseffizienz konzentriert, was zur Aufklärung von insgesamt 3.245 Straftaten führte, wenn wir die nachträglich aufgeklärten Fälle mit einbeziehen. Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtkriminalität verzeichnen wir jedoch einen Zuwachs bei Cyber- und Wirtschaftsdelikten“, kommentierte die Sprecherin Mjr. Mgr. Kateřina Pešková die Ergebnisse.
Gewalt- und Sittlichkeitskriminalität: Erfolg bei Morden, Anstieg bei Kindern
Die Gewaltkriminalität verzeichnete einen Rückgang von knapp 11 %. Die Kriminalpolizei bearbeitete 4 Mordfälle (zwei vollendete Morde und zwei Versuche), wobei in allen Fällen der Täter ermittelt werden konnte. „Eine positive Nachricht ist der Rückgang der Gewalttaten auf 398 Fälle. Obwohl wir zwei Morde mehr als im Jahr 2024 untersuchten, haben unsere Ermittler erneut ihre Professionalität unter Beweis gestellt und all diese schwerwiegenden Fälle aufgeklärt“, so die Sprecherin Pešková.
Weniger erfreulich ist die Situation bei Sittlichkeitsdelikten, die um 14,1 % zunahmen. „Im Jahr 2025 haben wir 89 Sittlichkeitsdelikte festgestellt. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg von Kindesmissbrauch und der Verbreitung von Kinderpornografie, worauf wir uns bei den Ermittlungen intensiv konzentrieren“, bestätigte die Sprecherin.
Eigentum und Drogen: Weniger Einbrüche, mehr Ladendiebstähle
Die Eigentumskriminalität sank insgesamt um 3 %. Deutlich zurückgegangen sind Einbrüche in Autos oder Einfamilienhäuser, zugenommen haben dagegen einfache Ladendiebstähle. „Die Statistik zeigt einen Rückgang bei Einbrüchen in Objekte und Fahrzeuge um fast 24 %. Im Gegenzug verzeichneten wir einen Anstieg bei Ladendiebstählen und Betrugsfällen, die einen bedeutenden Teil der sonstigen Eigentumskriminalität ausmachen“, erklärte Mjr. Pešková.
Im Bereich der Drogenkriminalität dominierten Pervitin und Marihuana. Die TOXI-Gruppe deckte 9 Plantagen und 3 Pervitin-Labore auf. „Im Bereich der Drogenkriminalität hielten Marihuana und Pervitin den größten Marktanteil. Es gelang uns, 67 Straftaten zu realisieren und Werte in Höhe von Hunderttausenden Kronen sicherzustellen, wobei die Aufklärungsquote in diesem Bereich 80,8 % erreichte“, ergänzte die Polizistin.
Cyberraum: Schäden von 150 Millionen
Das größte Problem der Gegenwart bleibt das Internet. Die Cyberkriminalität macht bereits 14,5 % aller Straftaten in der Region aus, und ihr Anstieg um 48,8 % ist alarmierend. „Die Cyberkriminalität ist für uns eine große Herausforderung. Die Täter nutzen immer ausgefeiltere Methoden des Social Engineering und Phishings, wodurch im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 150 Millionen Kronen verursacht wurden“, warnt die Sprecherin.
Verkehr und Situation in den Regionen
Auf den Straßen der Region bearbeitete die Polizei 2.365 Unfälle, das sind 268 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Todesopfer blieb jedoch gleich – 13 Menschenleben. „Hauptursache für die Unfälle bleibt eine falsche Fahrweise und Unachtsamkeit am Steuer. Unsere Priorität für dieses Jahr bleibt die Geschwindigkeitsüberwachung und die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer“, betonte die Sprecherin.
Aus regionaler Sicht variierte die Situation: Während die Kriminalität im Bezirk Cheb um fast 10 % sank, verzeichneten Sokolov und Karlovy Vary einen leichten Anstieg. „Wir beobachten die Besonderheiten der einzelnen Regionen. Während die Kriminalität in Sokolov um neun Prozent stieg, verzeichnete Cheb einen Rückgang, und Karlovy Vary hält eine hohe Erfolgsquote bei der Aufklärung von Gewalttaten einschließlich Morden“, fasste Pešková zusammen.
Fremdenpolizei und Prävention
Die Fremdenpolizei führte im Jahr 2025 insgesamt 8.620 Kontrollen durch und konzentrierte sich dabei vor allem auf illegale Migration und die Kontrolle von Unterkünften. „Wir haben aktiv Unterkünfte und Nachtclubs kontrolliert, um illegaler Migration und Menschenhandel vorzubeugen. Zudem arbeiten wir intensiv mit den Kollegen aus der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen gemeinsamer Streifen zusammen“, gab die Sprecherin an.
Insgesamt erreichten die Polizisten im Rahmen von Präventionsprogrammen fast 96.000 Personen, von Kindern bis zu Senioren, mit dem Ziel, deren Wachsamkeit insbesondere im Online-Bereich zu erhöhen.
