Milan Knížák, ein Einzelgänger, der niemanden kalt ließ

Am Sonntag, den 26. Juli 2026, verstarb Prof. Milan Knížák im Alter von 86 Jahren. Die tschechische Kulturszene verliert einen Schöpfer, der die Dinge nach eigenen Vorstellungen und ungeachtet aller Konventionen anging. Er hinterlässt eine prägende Spur – sei es als Musiker, Bildender Künstler, Performance-Künstler und Schriftsteller oder in seiner Rolle als Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Prag (1990–1997) und Direktor der Nationalgalerie. Milan Knížák war eine markante und oft polarisierende Persönlichkeit, die niemals Gleichgültigkeit hervorrief; die Menschen hatten stets eine dezidierte Meinung zu ihm.

Aktual s Milanem Knížákem pokřtil v klubu Morrison nové CD

Aktual mit Milan Knížák taufte eine neue CD im Club Morrison. Die Fotografien stammen vom Dezember 2017 von der Plattentaufe im Club Morrison in Marienbad.

Er wurde am 19. April 1940 in Pilsen geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend jedoch in Marienbad (Mariánské Lázně), dorthin kehrte er zeitlebens zurück. Genau hier stand er an der Wiege der legendären Band Aktual, und seine regionalen Spuren wurden zudem durch seine Ausstellungen in der Galerie G4 in Eger (Cheb) unter der Leitung des damaligen Direktors Zbyněk Illek oder durch seine Teilnahmen am Festival „Nová média“ gefestigt.

Aktual s Milanem Knížákem pokřtil v klubu Morrison nové CD

Aktual mit Milan Knížák taufte eine neue CD im Club Morrison. Die Fotografien stammen vom Dezember 2017 von der Plattentaufe im Club Morrison in Marienbad.

Als die Musik zu Lärm und Protest wurde

Milan Knížák hat sich nachhaltig in die Musikgeschichte eingeschrieben. Am 4. November 2017 lockte der Auftritt der Underground-Band Aktual Menschen von nah und fern in den Marienbader Club Morrison. Die Band, an deren Entstehung eben Milan Knížák beteiligt war, wurde genau fünf Jahrzehnte zuvor in Marienbad gegründet und wählte diesen Ort daher für die Taufe ihrer neuen CD aus.

Wie entstand diese eigenwillige Formation eigentlich? Milan Knížák erinnerte sich selbst wie folgt: „Ende 1967 wurde ich von einigen jungen Burschen aus Marienbad, die eine Beat-Band gründen wollten, um Zusammenarbeit gebeten. Ihnen fehlten ein Schlagzeuger, ein Sänger und Repertoire… Also schrieb ich einige Stücke und begann, mit der Band als Musiker zu proben. Ich musste auch singen, was für mich sehr schwierig war, anfangs schrie ich eigentlich nur und leitete die gesamte Aufführung…“