Morgendliche Predigt auf dem Dach. Obdachloser erklärte sich zu Gott und drohte mit Abflug

Wie die Karlsbader Stadtpolizei auf ihrer Website mitteilte, rief am Dienstag gegen halb sechs Uhr morgens ein Mann mit einer etwas ungewöhnlichen Meldung in der Einsatzzentrale an. In der Nákladní-Straße habe sich ein Obdachloser direkt auf einem Garagendach ein Bett gemacht. Die Streife rückte aus, um zu überprüfen, was an der Sache dran ist. Und tatsächlich, auf dem Dach machte es sich ein Mann bequem, der sich dort ein improvisiertes „Open Air“-Schlafzimmer eingerichtet hatte.

Foto: MP Karlovy Vary

Kaum war die Streife bei ihm eingetroffen, zeigte sich, dass dies kein ganz gewöhnliches Aufwachen werden würde. Der 50-jährige Übernachter wachte auf, ging stolz an den Rand des Dachs und begann zu predigen. Er teilte den Beamten mit aller Ernsthaftigkeit mit, er sei Gott, Engel und Teufel in einer Person.

Als ob das noch nicht genug wäre, fügte er auch noch eine Flugvorhersage hinzu, sollte sich die Streife ihm auch nur ein bisschen nähern, werde er wie ein Engel abheben und elegant auf dem Boden landen. Wie die Beamten schilderten, handelte es sich wahrlich nicht um die Dreharbeiten zu einem Sci-Fi-Film, sondern um den alltäglichen Einsatz der Stadtpolizei.

Als der Mann dann damit begann, mit dem Schlimmsten zu drohen, musste jegliche Ironie beiseitegeschoben werden. Daher wurden die Polizei der Tschechischen Republik und der Rettungsdienst zum Ort des Geschehens gerufen.

Die dramatische Handlung hatte am Ende jedoch eine unerwartet schnelle Auflösung. Noch bevor der Rettungswagen eintraf, beschloss der Betreffende, dass es für heute genug Theologie gewesen war. Er kletterte selbst und sicher vom Dach herunter und teilte der Streife mit, dass ihn alle schlechten Gedanken gerade verlassen hätten.

Schwer zu sagen, ob der gesunde Menschenverstand oder einfach nur die morgendliche Kälte wirkte. Das Wichtigste ist laut den Beamten jedoch, dass die „Engelslandung“ am Ende ohne Verletzungen und Komplikationen verlief.